Brüssel on Ladysilvia; „Wenn wir die Lissabon-Ziele bis 2010 erreichen wollen, müssen wir die Arbeitsmarktregelungen flexibler gestalten, aber nicht zum Nachteil der Arbeiternehmer. Ihr Wunsch nach mehr Sicherheit muss berücksichtigt werden", so Vladimír Špidla, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Chancengleichheit. „Die Sicherheit für die Arbeitnehmer muss aber mit der Wirtschaft des 21. Jahrhunderts vereinbar sein. Immer mehr geht es also darum, für Beschäftigungssicherheit zu sorgen und nicht so sehr für Arbeitsplatzsicherheit. Dies ist der Kern des Flexicurity-Konzeptes, das auf ausgewogene Ergebnisse abzielt und so dazu beitragen kann, breite Unterstützung für diese Reformen zu gewinnen", so Špidla weiter.
Das starke Interesse an der Konferenz zeigt, wie wichtig diese Debatte für alle Beteiligten ist. Die Veranstaltung soll eine lebhafte Diskussion über alle Aspekte der Flexicurity fördern, von der Rolle der Aus- und Fortbildung bis hin zur Verringerung der Zahl der vom Arbeitsmarkt ausgeschlossenen Personen. Sie soll einen umfangreichen Erfahrungsaustausch über erfolgreiche Flexicurity-Maßnahmen fördern, die bereits auf nationaler Ebene Anwendung finden.
Die Arbeitsmarktlage innerhalb der EU ist sehr unterschiedlich, aber die Erfahrung zeigt, dass die Mitgliedstaaten bestimmte Aspekte der Flexibilität und der Beschäftigungssicherheit wirksam kombinieren können, damit sie ihren jeweiligen Bedürfnissen gerecht werden. So könnten sich in einigen Ländern die Bemühungen auf Lösungen innerhalb der Unternehmen konzentrieren, in anderen Ländern eher auf den Übergang in neue Beschäftigungsverhältnisse.
Die Europäer erkennen die Notwendigkeit an, die Arbeitsmärkte in der EU anzupassen, um die gemeinsamen globalen Herausforderungen zu bewältigen. Eine Eurobarometer-Umfrage vom Herbst 2006 zeigte, dass die meisten Europäer ein Flexicurity-Konzept begrüßen. So waren 76 % der Befragten der Meinung, dass ein „Job fürs Leben" ein Ding der Vergangenheit ist. 72 % sind der Ansicht, dass die Beschäftigungsverträge flexibler sein sollten, damit mehr Arbeitsplätze geschaffen werden, und 88 % meinen, dass das lebenslange Lernen die Aussichten verbessert, rasch einen Arbeitsplatz zu finden.
Neben den Mitgliedstaaten spielen die nationalen und europäischen Sozialpartner in dieser Debatte eine wichtige Rolle. Ohne ihre Beiträge und ihre Unterstützung wird es keine flexiblen Beschäftigungsvereinbarungen, keine aktiven arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und keine konkreten Maßnahmen des lebenslangen Lernens geben. Die Kommission hat die Aufgabe, das Voneinanderlernen zu erleichtern und sicherzustellen, dass die Finanzmittel (z. B. aus dem Europäischen Sozialfonds und dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung) optimal eingesetzt werden.
Zu den Referenten der heutigen Konferenz zählen Vladimír Špidla, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Chancengleichheit, Franz Müntefering, deutscher Vizekanzler und Arbeitsminister, die Arbeitsminister Portugals und Dänemarks, José Vieira da Silva und Claus Hjort Frederiksen, sowie die Generalsekretäre von EGB und Business Europe, John Monks und Philippe De Buck.
Hintergrund:
Der Europäische Rat forderte die Kommission, die Mitgliedstaaten und die Sozialpartner im Frühjahr 2006 auf, sich mit der Entwicklung gemeinsamer Grundsätze für die Flexicurity zu befassen. Auf der Frühjahrstagung 2007 wurden die Mitgliedstaaten ersucht, über die verschiedenen Flexicurity-Konzepte zu berichten und die beste Kombination politischer Maßnahmen zu finden, die ihren jeweiligen Bedürfnissen gerecht wird.
In ihrer für Juni 2007 angekündigten Mitteilung über Flexicurity dürfte die Kommission den Mitgliedstaaten eine Reihe gemeinsamer Flexicurity-Grundsätze vorschlagen, die, so steht zu hoffen, Ende 2007 beschlossen werden.
Weitere Informationen finden Sie unter: /employment_strategy/index_de.htm
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